Bewegungs- und Gesundheitstag: Onco Kids in Action – Spiele ohne Grenzen

Im Rahmen eines Seminars des Studiengangs Gesundheitswissenschaften wurde von Studierenden des 5. Semesters ein Aktionstag für Patienten in der Nachsorge und deren Familien auf dem Gelände der zentralen Hochschulsportanlage der Technischen Universität München im Olympiapark geplant und durchgeführt. Koordiniert und betreut wurden die Studierenden von Dominik Gaser (Sportwissenschaftler am Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie, Projekt „Bewegungs- und Sportförderung in der Kinderonkologie München Schwabing“). Nach einer Begrüßungsrunde mit Kennenlernspielen ging es bei Sport, Spiel und Spaß in der Turnhalle rund.

Bei einer Olympiade mit verschiedenen Stationen konnten alle Teilnehmer ihr Bewegungstalent und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Darüber hinaus konnten die Kinder ihr Wissen über gesunde Ernährung testen und beim Bemalen eines Banners kreativ werden. Nach einer gemeinsamen Mittagspause mit leckeren Salaten, frischem Obst und weiteren gesunden Leckereien wurden alle in der Halle wieder aktiv. Insgesamt war der Tag ein voller Erfolg: die Kinder, deren Geschwister und Eltern waren begeistert, die Studierenden waren glücklich so eine tolle Aktion auf die Beine stellen zu können und alle Beteiligten erlebten einen gelungenen sportlichen Samstag im Olympiapark. Der Aktionstag war der Startschuss für weitere studentische Projekte am Standort München. Am 20. Januar 2018 findet die zweite Ausgabe statt, die in Zukunft halbjährlich im Rahmen des Studierendenseminars angeboten wird.
(Bericht von Sabine Kesting, Dominik Gaser und Christiane Peters)

Themenworkshop – „Strukturen in der pädiatrisch-onkologischen Sporttherapie“ am 20. Oktober 2017 in Mainz

Am 20. Oktober 2017 hat die Pädiatrische Hämatologie/Onkologie/Hämostaseologie des Zentrum für Kinder und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz zu einem Themenworkshop zu „Strukturen in der pädiatrisch-onkologischen Sporttherapie“ eingeladen. Mit 22 Teilnehmern konnten sich Sportwissenschaftler, Ärzte, Sportlehrer, Physiotherapeuten und Mitarbeiter aus der Pflege interdisziplinär beim Workshop austauschen. Dabei durften wir die Zentren aus Münster, Köln, Heidelberg, München, Leipzig, Frankfurt sowie die Rehakliniken Bad Oexen und Katharinenhöhe begrüßen.

Gestartet hat der Workshop mit einem Update zum ActiveOncoKids Netzwerk, sowie der ActiveOncoKids Research Group von Joachim Boos und Sabine Kesting. Im zweiten Programmpunkt durften sich alle Netzwerkteilnehmer intensiv mit einem der Schwerpunktthemen beschäftigen. Zum einen wurden hierbei Grenzwerte und Kontraindikationen in der pädiatrisch-onkologischen Sporttherapie besprochen, sowie eine erste Skizzierung eines Leitfadens zur Einarbeitung von neuen Mitarbeitern in der Sporttherapie erarbeitet. Nach einem erfrischenden Fruchtcocktail des Fruchtalarms der Station wurde die aktuelle Version eines angepassten Aktivitätsfragebogens für die Pädiatrische Onkologie von Julia Däggelmann, sowie ein Sitzfragebogen von Katharina Eckert vorgestellt. Maria Dittmer berichtete als stellvertretende Stationsleitung der Kinderonkologie Mainz von „Sport aus Sicht der Pflege“ und einem  Geschwisterkinderprojekt.

Das Mainzer Team bedankt sich für die zentrumsübergreifenden Beiträge und den wertvollen Erfahrungsaustausch und damit die Förderung von einem weiteren Strukturausbau von bewegungsbezogenen Angeboten in Deutschland. Das nächste ActiveOncoKids-Treffen ist für 2018 in Heidelberg geplant.
(Bericht von Silvia Wenzel und Sandra Stössel)

ActiveOncoKids-Rennen bei der Rudern gegen Krebs-Regatta in Offenbach

An einem spätsommerlichen Tag in Offenbach am Main (24.09.2017) trafen sich zum 3. Mal ehemals an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche für die Rudern gegen Krebs-Regatta mit dem ActiveOncoKids-Rennen. Die Teams aus Erlangen, Leipzig, Frankfurt und Mainz haben in Ihrem Heimatgewässer erlernt im Takt zu rudern und freuten sich an diesem besonderen Tag andere Ruderneulinge und Erfahrene kennenzulernen.

So durften in den sieben Booten die Kinder und Jugendliche nicht nur mit ihren bisherigen Trainingspartnern rudern sondern es wurde auch standortunabhängig gemischt. Wir freuen uns über einen gelungenen Tag für die Ruderer und Unterstützer auf dem Wasser und Land.

Bedanken möchten wir uns für das fleißige Training und die tatkräftige Unterstützung der Rudervereine an allen Standorten.
(Bericht von Silvia Wenzel)

Sportprojekt der Kinderonkologie Leipzig mit Gesundheitspreis ausgezeichnet

Sport und Bewegung gehören mittlerweile seit über 15 Jahren zum festen Angebot für stationäre, ambulante und ehemalige Patienten der Kinderonkologie des Universitätsklinikums Leipzig. Das Projekt ist über viele Jahre gewachsen und ausgebaut worden und konnte im Rahmen diverser Bachelor-, Master-, Diplom- und Doktorarbeiten wissenschaftlich evaluiert und konzeptuell weiterentwickelt werden. Die gesammelten Erfahrungen wurden in einem wissenschaftlich fundierten Bewegungskonzept für Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen verstetigt. Dieses Konzept wurde im September in Haar bei München auf dem Forum GesundheitsPARTNER mit dem 2. Preis des MSD Gesundheitspreises ausgezeichnet. Die hochrangig besetzte, unabhängige Jury hat das Versorgungsprojekt „Sport und Bewegung in der Pädiatrischen Onkologie“ als „herausragendes und wegweisendes Projekt“ unter über 40 Bewerbungen aus ganz Deutschland ausgewählt und würdigt mit dem mit 20.000€ dotierten Preis die „außerordentliche Leistung“ der Pädiatrischen Onkologie des Universitätsklinikums Leipzig und der Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e.V. „bei der Integration von altersgerechter Bewegung und Sport in die Behandlung und den Alltag der Patienten“. Dies ist eine wichtige Anerkennung der Sporttherapie für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche und unterstreicht den Stellenwert von Sport und Bewegung in der Behandlung und Nachsorge pädiatrisch-onkologischer Erkrankungen. Das Bewegungskonzept wird mittlerweile durch mehrere Krankenkassen gefördert und so teilweise refinanziert, darunter die TK Sachsen, DAK Gesundheit, IKK classic und die Barmer GEK.

Gerne beraten und unterstützen wir Standorte, die ein ähnliches Angebot zur Bewegungsförderung für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche aufbauen oder ihr bestehendes Angebot ausbauen möchten. Darüber hinaus stehen wir auch bei der Kontaktaufnahme und Verhandlung mit Krankenkassen beratend zur Seite. Es besteht aus unserer Sicht die Möglichkeit, das auf Krankenkassenebene begutachtete und geförderte Bewegungskonzept für andere Standorte zu adaptieren und eine vertraglich geregelte Refinanzierung durch die Kostenträger auch an anderen Standorten in Deutschland nach dem Leipziger Modell umzusetzen.

Regine Söntgerath & Markus Wulftange
Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie
Universitätsklinikum Leipzig
Tel. 0341/97-26328

Sportuniversität Hildesheim veranstaltet Sommercamp für krebskranke Kinder mit der Medizinischen Hochschule Hannover

Sommercamp in Plön 2017. Das Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim hat erstmals gemeinsam mit der Kinderkrebsstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein Sommercamp an der schönen Plöner Seenplatte veranstaltet. Insgesamt fuhren 27 Personen für fünf Tage zum niedersächsischen Ferienbeginn auf einen 5-Sterne- Campingplatz und versuchten sich unter fachkundiger Anleitung beim Paddeln im Kanadier, im Kajak und auf dem Stand-Up-Paddle-Board (SUP).

Jährlich findet ein Wintercamp statt, bei dem es u.a. darum geht, den Patienten und ihren Familien durch Bewegung und Spaß in der Natur eine gute Zeit zu bescheren und sie merken zu lassen, dass sie meist deutlich belastungsfähiger sind als sie selbst denken. Nach großen Erfolgen und immer wieder langen Wartezeiten bis zum nächsten Winter wurde endlich auch ein Sommercamp errichtet. Hildesheimer Sportstudenten betreuen Hannoveraner Patientenkinder, ihre Geschwister und Eltern beim Wassersport. Nach anfänglichen Gewöhnungsübungen und zunehmender Sicherheit wurde jeden Vormittag eine gemeinsame Wanderfahrt im Kanadier unternommen, z.B. zu einem kleinen Bummel in die Stadt Plön, zu einer Erkundungstour zum niedersächsischen Bauernhaus auf der Prinzeninsel oder auch in Form einer ‚Wasser-Schnitzeljagd‘. Nachmittags stand dann Kajakfahren, das Erlernen der Kenterrolle oder „SUPpen“ in Campingplatznähe zur Auswahl.

Einigen Teilnehmern wurde die eine oder andere der drei Sportarten so nähergebracht, dass das Interesse an einer Vereinsmitgliedschaft, der Wunsch nach wiederholter Teilnahme geäußert und später sogar ein eigenes SUP-Board angeschafft wurde. Zwei der TeilnehmerInnen haben es am Ende sogar geschafft, die anspruchsvolle Kenterrolle mit dem Kajak ohne Hilfe auszuführen. Auf dem sehr gut ausgestatteten Campingplatz gab es zwischen und nach den ‚Wassereinheiten‘ die Möglichkeit in einen Pool zu hüpfen, zu klettern, sich auf einer Hüpfburg auszutoben, Beachvolleyball oder Fußball zu spielen oder sich einfach mal die wohltuende norddeutsche Luft um die Nase wehen zu lassen. Abends wurde gemeinsam gekocht, verschiedene Spiele unter freiem Himmel gespielt und zu späterer Stunde am eigenen Lagerfeuerplatz über gemeinsam Erlebtes nachgedacht, Erfahrungen und Sorgen bezüglich der Krankheiten ausgetauscht oder auch einfach nur mal genossen, dass es einem gerade gut geht und man sich mit Freunden in der freien Natur aufhält und Spaß hat. Nachdem schon im Wintercamp einige ihre Leistungsfähigkeit (wieder-)entdeckt und durch sportliche Erfolge an Selbstbewusstsein gewonnen haben, gab es auch hier wieder Erfolgserlebnisse sowohl auf dem Wasser als auch an Land. Freundschaften wurden gepflegt oder neu geknüpft, in der kleinen Gemeinschaft kümmerte sich wirklich jeder um jeden und alle hatten eine kleine Aufgabe zu erfüllen (z.B. Kochdienst, Spüldienst, Bootsdienst, Feuerdienst etc.).

Die studentischen Betreuer werden in einem Begleitseminar wie auch für das Wintercamp auf die Krankheit Krebs in ihren verschiedenen Ausprägungen, die Therapiemöglichkeiten mit ihren Nebenwirkungen und psychosoziale Folgeprobleme vorbereitet. Nicht zuletzt stehen Sport und Bewegung im Rahmen der Therapie im Vordergrund, und die Sportarten und die Anleitungen dazu (im Winter Skilaufen, im Sommer Paddeln) werden über zusätzliche Seminare vorbereitet und geschult.

Auch im Sommer 2018 wird wieder zum Sommerferienbeginn ein Sommercamp in Plön stattfinden (27.6.-1.7.2018). Als Ansprechpartner für Informationen oder Fragen steht Prof. Dr. Nico Kurpiers (Bewegungswissenschaften und Gesundheitssport, Uni Hildesheim) gerne zur Verfügung.